2012 Denkmalsanierung zu teuer

Der Opfer des Massakers, das die SS am April 1945 an 16 Bewohnern Hartmannsdorfs verübt haben, soll künftig am Kriegerehrenmal gedacht werden. Das Denkmal in der Lindenallee soll abgerissen werden; eine Tafel soll am neuen Standort auf die Ereignisse vom 20./21. April 1945 hinweisen.
In der Investitionsliste der Gemeinde Spreenhagen ist der Denkmalabriss nur ein vergleichsweise kleiner Posten: 2000 Euro sind dafür vorgesehen. Michael Brack (SPD) hakte in der Gemeindevertretersitzung nach: "Das Denkmal erinnert an eine der dunkelsten Seiten des Ortes. Warum können wir es nicht sanieren?" Die Erläuterungen der Verwaltung stellten ihn aber schnell zufrieden: Eine Sanierung, hieß es, wäre deutlich teurer, außerdem seien die Überlebenden des SS-Massakers mit einer Verlegung der Gedenkstätte einverstanden.
Bürgermeister Baumann erläuterte, dass die geplante Tafel auf das Schicksal der Hartmannsdorfer hinweisen werde, die sterben mussten, weil sie sich der heranrückenden Roten Armee kampflos ergeben wollten. wenige Tage, bevor der Zweite Weltkrieg mit der bedingungslose Kapitulation der Deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 ohnehin zu Ende war.
"Friede war Euer Sehnen" steht denn auch auf dem Stein in der Lindenallee, geschützt von Bäumen und Sträuchern. Das ganze Karree ist eingefasst von einer Mauer aus Betonplatten, die auch unter der dicken Schneedecke einen maroden Eindruck machen. Gräber gibt es in der Lindenallee nicht, anders als am Standort Kriegerdenkmal - auch das hat nach Angaben der Verwaltung die Entscheidung zum Abriss erleichtert.
Bericht der MOZ vom 14.12.2012

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