2013 Konstantin Timchenko

Hartmannsdorf (MOZ) Für Konstantin Timchenko aus Moskau war der 29.7.2013 ein wichtiger Tag. Seine jahrelange Suche nach den sterblichen Überresten seines im Zweiten Weltkrieg gefallenen Uropas, Alexej Lawrentew, ist zu Ende. Am Montag wurden in Hartmannsdorf, in dem kleinen Hain am Denkmal, mehrere Gebeine frei gelegt. Gerechnet wurde mit zwölf Soldaten und vier Offizieren der Roten Armee. "Wir hatten keine Ahnung, dass hier Gefallene liegen", sagte Spreenhagens Bürgermeister, Bernhard Baumann. Er sicherte seine Unterstützung zu, stellte den Arbeitern das Gemeindehaus als Unterschlupf zur Verfügung, spendierte Kaffee. "Dafür sind wir sehr dankbar", lobte Guntram Meier Kommune und Amt. Das sei nicht selbstverständlich. Meier ist mit Timchenko bekannt und hat ihm zuletzt bei den Recherchen und dem Visum geholfen. Der 30-jährige Geschichtslehrer aus Moskau hatte schon unzählige Stunden in russischen Archiven verbracht und war dabei auf Hartmannsdorf gestoßen. Seine Erkenntnisse hat er mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge abgestimmt. Bekannt war, dass sein damals 31-jähriger Vorfahre bei Hangelsberg die Spree überschritten hatte und vor Hartmannsdorf gefallen ist - bei den Kämpfen am 23. und 24. April 1945. Die Beisetzung mit unbekanntem Ort sei auf den 25. April datiert. Der Grabungs-Trupp rückte am Montagvormittag an - und wurde fündig. Wie Joachim Kozlowski vom Volksbund sagte, werden die sterblichen Überreste heraus genommen, dokumentiert und versucht, die Identität festzustellen. Alle Namen seien bekannt. Jedoch sei es schwer, sie den Toten zuzuordnen. Später sollen alle auf dem Einbettungsfriedhof in Lebus beigesetzt und eine Tafel aufgestellt werden. Der 30-jährige Russe bezeichnete es als Traum, dass er fündig geworden ist. In Moskau warteten zwei Weggefährten seines Uropas - 90 und 86 Jahre alt - auf die Botschaft. "Ich kannte die Briefe meines Uropas. Meine 2002 verstorbene Uroma hatte immer sehr geweint. Ich wollte die Sache zu Ende bringen."
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