2013 Mehr Geld für die Müggelspree

Mehr Geld für die Unterhaltung, aufwendige Planungen, Überprüfung der Pegelrichtwerte - das sind einige der Maßnahmen, mit denen die Landesregierung die feuchten Felder und Keller an der Müggelspree bekämpfen will. Die Kritiker werfen ihr indes weiter vor, sie wolle den Grundwasserstand erhöhen.
Mehr Geld für die Unterhaltung, aufwendige Planungen, Überprüfung der Pegelrichtwerte - das sind einige der Maßnahmen, mit denen die Landesregierung die feuchten Felder und Keller an der Müggelspree bekämpfen will. Die Kritiker werfen ihr indes weiter vor, sie wolle den Grundwasserstand erhöhen.
Im Winter 2010/11 waren die Zustände an der Müggelspree teilweise dramatisch: Wochenlang hatten manche Anwohner Pumpen laufen, um ihre Keller vom Wasser zu befreien. Ein Schwerpunkt war der Wulkower Bogen in Hangelsberg, auch Grundstücke nahe der Spreemündung in Erkner waren betroffen. Landwirte wie Volker Schmohl beklagten, sie könnten ihre Flächen nicht mehr bewirtschaften.

Auf Druck einer Bürgerinitiative unter Führung von Dieter Lahode aus Hangelsberg berief das Umweltministerium eine Arbeitsgruppe ein, um Lösungen zu diskutieren und zu finden. Diese Arbeitsgruppe hat am Dienstag zum achten und letzten Mal getagt und Maßnahmen verabredet, die Abhilfe schaffen sollen. Die Bürgerinitiative ist nicht mehr dabei - sie schied im Unfrieden, wie im Lauf der Bürgerveranstaltung überdeutlich wurde, bei der die Maßnahmen am Dienstagabend im Hartmannsdorfer Bürgerhaus vorgestellt wurden. Die Differenzen beginnen schon bei der Beschreibung des Problems: Kurt Augustin, Abteilungsleiter im Umweltministerium und Leiter der Arbeitsgruppe, sprach von 150 betroffenen Haushalten, Peter Schulz von der Bürgerinitiative von 500.

Das Arbeitsprogramm, das jetzt vorgestellt wurde, erstreckt sich über zehn Jahre. Es orientiert sich auch an einer Absage - die nämlich an eine stärkere Nutzung des Oder-Spree-Kanals bei Hochwasser. Der weit verbreiteten Vorstellung, durch eine Umlenkung des Wassers an der Großen Tränke bei Fürstenwalde könnte die Müggelspree entlastet werden, erteilte der Bund eine Absage. Dafür sei der Kanal nicht gemacht, schon jetzt habe er in den Uferbereichen deutliche Schäden aufgrund von Überbeanspruchung bei Hochwasser, sagte Gerrit Riemer vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) .

Das Land stellt jetzt mehr Geld für die Unterhaltung der Gewässer durch den Wasser- und Landschaftspflegeverband bereit, und zwar dauerhaft, wie Augustin betonte - 260 000 Euro im Jahr. Damit soll das ständig kritisierte Krauten verbessert werden.

Profil-Vermessungen haben nach Aussage von Frank Krüger vom Landesumweltamt indes ergeben, dass die zur Verfügung stehende Fläche, über die das Wasser abfließen kann, keineswegs abgenommen habe - was die Kritiker mit ungläubigem Lachen quittierten. Bei Spreewerder und Hangelsberg sind seitliche Einengungen durch Pflanzenbewuchs festgestellt worden, die beseitigt werden. Großen Handlungsbedarf gebe es nur auf geringen Abschnittten. Eine Ausbaggerung der Spreemündung bei Erkner würde dem dort auftretenden Eisstau nicht abhelfen; der Wasserstand dort werde ausschließlich durch das Wehr Mühlendamm in Berlin geregelt, so Krüger. Der Grünheider Gemeindevertreter Ulrich Kohlmann sagte indes, im Hochwasserplan des Landkreises stehe aber, Ursache für den Eisstau bei Erkner seien Sediment-Ablagerungen. Den Eisbrecher schickt das WSA nicht mehr.

Mittel- und langfristig ist vorgesehen, sämtliche Umweltfachplanungen zu einem Gesamtkonzept für die Müggelspree zusammenzufassen. Die Kritiker stellte das nicht zufrieden.

Augustin dämpfte zugleich die Erwartungen: Bei Hochwasser werde es auch wieder nasse Keller geben, man müsse nach vielen Jahren der Trockenheit auch wieder das Bewusstsein dafür schärfen, dass man an einem Fluss wohne. "Die Flüsse brauchen Raum." Auch Annerose Trippens, die Leiterin des kreislichen Umweltamts, wies darauf hin, dass die Gegend seit 1989 Überschwemmungsgebiet sei.

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